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Kinderwunsch? Nicht mit Ziegenpeter!

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… wer sich vor Kinderkrankheiten nicht schützt, erlebt möglicherweise ein spätes Erwachen …

Kinderwunsch - nicht mit Ziegenpeter
Mumps erhöht die Chancen auf Zeugungsunfähigkeit
Ende der 90er Jahre verzichteten in Großbritannien und Irland viele Eltern auf die Masern-Mumps-Röteln (MMR) Impfung. Damals sorgte eine Studie von Andrew Wakefield für Aufregung und Verunsicherung unter den Eltern, in welcher spätere Autismusdiagnosen und entzündliche Darmerkrankungen mit der MMR Impfung in Verbindung gebracht wurden. Wakefields Studie, 1994 im Lancet[1] veröffentlicht, wurde 2010 endlich zurückgezogen,[2] nachdem sich ein Großteil der Co-Autoren bereits 2004 von Wakefields Interpretationen distanziert hatte.[3]

In einer aktuellen Studie, veröffentlicht im British Journal of Urology International[4], untersuchen Wissenschaftler den Anstieg von Hodenentzündungen (Orchitis) innerhalb der männlichen Population und führen dies auf die Impfängste und damit verbundene Impfverweigerung Ende der 90er zurück. Die nicht geimpften Kinder kommen jetzt in die Pubertät und sind damit vermehrt Komplikationen ausgesetzt, wenn sie im Rahmen einer der seltenen, aber möglichen Epidemien an Masern, Mumps oder Röteln erkranken. Besonders eine Erkrankung an Mumps kann sich folgenschweren auf die spätere Lebensplanung auswirken.

Oft kommt es im Verlauf einer Mumpserkrankung zu mitunter schmerzhaften Hodenentzündungen. Nach den Recherchen des Urologen Niall Davis des Mater Misericordiae University Hospitals in Dublin endet eine solche Entzündung in bis zu 50 Prozent der Fälle mit einer Hodenatrophie (Hodenschwund). Glücklicherweise ist eine vollständige Zeugungsunfähigkeit dennoch selten. Bei ca. 13 Prozent der Betroffenen muß jedoch mit einer eingeschränkten Zeugungsfähigkeit gerechnet werden und bei fast der Hälfte der Erkrankten kommt es zu einer temporären Störung der Samenbildung, die bis zu drei Monate andauern kann. Bei ca. einem Drittel hält sie möglicherweise sogar bis zu drei Jahre nach Ende der Hodenentzündung an.

Eine nachgeholte Impfung kann alle diese Probleme vermeiden und ist daher unbedingt zu empfehlen.

Links:

Quellennachweise:

  1. Lancet. 1998 Feb 28;351(9103):637-41. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9500320 []
  2. Lancet. 2010 Feb 6;375(9713):445. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20137807 []
  3. Lancet. 2004 Mar 6;363(9411):750. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15016483. []
  4. BJU Int. 2010 Jan 11; 105: 1060-1065. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20070300 []

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