Impfen schützt – Impfen nützt – Allen!

 

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Ein Impfstoff oder ein Vakzin (von lateinisch vaccina, „die von Kühen Stammende“) ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Antigen, meist bestehend aus Protein- oder Erbgutbruchstücken, abgetöteten oder abgeschwächten Erregern. Im gesetzlichen Sinne sind Impfstoffe Medikamente, also verschreibungspflichtig und sollten nur nach ärztlicher Anweisung bzw. vom Arzt angewendet werden. Der Impfstoff dient im Rahmen einer Impfung zur spezifischen Aktivierung des Immunsystems hinsichtlich eines bestimmten Erregers bzw. einer Erregergruppe.

Dazu wird die Reaktion des Immunsystems ausgenutzt, bei Vorhandensein von Erregern bzw. deren spezifischen Teilen (z. B. Oberflächenproteine als Antigene) eine Immunantwort zu provozieren. Diese führt zur Ausbildung von Antikörpern und spezialisierten T-Helfer-Zellen, die dann einen langanhaltenden Schutz vor der jeweiligen Krankheit bieten, der je nach Erreger zwischen einigen Jahren bis lebenslang anhalten kann.

Es wird zwischen Lebend- und Totimpfstoffen unterschieden:

Bei der Lebendimpfung werden abgeschwächte vermehrungsfähige Erreger verabreicht. Mit einigen wenigen Ausnahmen werden Lebendimpfungen vor allem gegen Viruserkrankungen vorgenommen. Die echte Krankheit wird für das Immunsystem vorgetäuscht und dieses bildet nach der Impfung dieselben Abwehrstoffe wie bei einer Infektion mit dem Originalerreger. Die Schwierigkeit bei Lebendimpfungen besteht darin, dass man einen Impfkeim heranzüchten muss, der die gestellten Forderungen erfüllt, der ausreichend stabil ist, um bei allen geimpften Personen die harmlose künstliche Krankheit auch wirklich hervorzurufen und der nicht zu Rückmutationen in Richtung der gefährlichen Krankheit neigt.

Bei Totimpfungen muß wiederum zwischen verschiedenen Prinzipien unterschieden werden:

Man kann abgetötete Krankheitskeime verabreichen, die für das Immunsystem wie lebende erscheinen, den Körper aber nicht infizieren können, da sie sich nicht mehr vermehren. In manchen Fällen ist es nicht nur unnötig, sondern auch komplikationsreicher, wenn die ganzen abgetöteten Keime in dem Impfstoff auftauchen. In solchen Fällen (z. B. Keuchhusten) werden nur die für das Immunsystem wichtigen Bestandteile in den Impfstoff aufgenommen. Eine andere Möglichkeit ist, dass nur ein Bakteriengift, also ein Produkt, das selbst nicht lebt und vermehrungsfähig ist, zur Impfung herangezogen wird. Da diese Gifte (Toxine) meist selbst noch sehr gefährlich sind, werden sie in ihrer Wirkung durch entsprechende Behandlung verändert, so dass sie ihre Eigenschaften für das Immunsystem noch behalten. Ein solch abgewandeltes Toxin bezeichnet man als Toxoid (z. B. Tetanus).

Hilfsstoffe

Auf Begleitstoffe, die den Impfstoffen zugesetzt sind, kann aus unterschiedlichen Gründen nicht gänzlich verzichtet werden. Zum einen werden sie eingesetzt, um eine verstärkte Immunantwort zu erzielen, zum anderen dienen sie auch der Konservierung oder der Inaktivierung der Erreger. Impfstoffhersteller arbeiten jedoch daran, diese Begleitstoffe möglichst zu reduzieren, beziehungsweise nur Stoffe einzusetzen, die eine größtmögliche Sicherheit gewährleisten.

Begleitstoffe können beispielsweise Formaldehyd, Antibiotika und geringste Mengen von Hühnereiweiß sein. Quecksilber, welches früher zur Konservierung von Impfstoffen diente, ist in heutigen Kinderimpfstoffen nicht mehr enthalten, obwohl der Nachweis eines Zusammenhanges zu vermuteten Impfnebenwirkungen auch in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nicht erbracht werden konnte.

Formaldehyd dient der Inaktivierung von Viren und ist in einigen Impfstoffen in ganz geringen Spuren vorhanden. Da der Körper selbst Formaldehyd bildet, werden auch diese geringen Spuren im Rahmen normaler Stoffwechselvorgänge abgebaut.

Antibiotika werden zugesetzt, um eine Verunreinigung der Impfstoffe während des Herstellungsprozesses zu verhindern. Beim abschließenden Reinigungsprozess werden die Antibiotika jedoch wieder weitgehend entfernt.

Hühnereiweiß-Zellkulturen werden für die Herstellung des Masern- und Mumps-Impfstoffes benötigt. Dieses Hühnereiweiß wird im Laufe des Herstellungsprozesses wieder weitgehend zerstört. Der fertige Impfstoff enthält praktisch nicht mehr nachweisbare Mengen. Auch Kinder, die an einer Hühnereiweißallergie leiden dürfen deshalb gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden.

Erstellt: 2009-05-06, 22:37 [Wednesday]
Geändert: 2010-04-10, 14:03 [Saturday]