Medien
2009-07-09, 17:57 [Thursday]
… rette sich, wer kann …
Szene aus dem Mitchell & Webb Look: Alternativmedizinische Rettungsstelle
Erleben Sie einen Nachmittag in der Rettungsstelle der Alternativmediziner und erfahren Sie, wer gerettet werden kann. Hier gibt es alles was das ganzheitliche Herz begehrt: Prognose anhand von astrologischen Berechnungen, Behandlung mit edlen Heilkristallen. Hier agieren die Göttern in Weiß getreu dem Motto des Hippokrates: “Primum nil nocere” (zuallererst nicht schaden). Schaden aufgrund falscher Medikamentation kann man nämlich in der Homöopathie nicht erwarten. Aber auch auf eine Wirkung per se sollte man lieber nicht bauen! Wer der Homöopathie vertraut, der vertraut der Evolution – in einer ganz perfiden Art und Weise.
In den Untiefen der Video-Plattform YouTube finden sich immer wieder sehenswerte Clips. Dieser hier wurde schon in der Originalversion verbloggt, sollte aber unbedingt auch in anderen Sprachen multipliziert werden. Der Mitchell & Webb Look ist eine Comedy-Show von der Insel und durchaus amüsant. Für Fremdsprachler aber auch etwas schwer verständlich. Was müssen die Briten aber auch so rumnuscheln?!
Aber, seht selbst:
… mehr …
Tags: Alternativmedizin, Esoterik, Homöopathie
Keine Kommentare | 1,200 Abrufe
2009-07-01, 19:35 [Wednesday]
… und der Eid des Hippokrates …
von John Keogh, David Rothlein und Hutch Armstrong
Was passiert, wenn sich jemand für einen natürlichen Erkrankungsverlauf entscheidet?
Welche Gründe stehen hinter einen solchen Entscheidung?
Ist der Arzt verpflichtet, dem Wunsch des Patienten oder dessen Vertreter unter allen Umständen Folge zu leisten?
Was wenn die Rettung so nah und doch so fern ist?
Wie würden Sie entscheiden?
… mehr …
Tags: Alternativmedizin, Esoterik, Homöopathie, Quacksalberei
Keine Kommentare | 986 Abrufe
2009-06-10, 16:30 [Wednesday]
… aus für Scientologen – zumindest auf Wikipedia …
Geballtes Wissen und persönliche Ansichten
Die
Schiedskommission der online Enzyklopädie Wikipedia hat entschieden: Wer sich von einer IP-Adresse, die Scientology zugeordnet werden kann, bei Wikipedia einzuloggen versucht, wird feststellen müssen, daß seine Mitschreibrechte verwirkt sind. Monatelang wurde gerungen. Scientology sah sich nicht dazu veranlaßt, einen neutralen Standpunkt einzunehmen und so verwundert es nicht, daß die Entscheidung einstimmig fiel: Scientology wird gebannt.
… mehr …
Tags: Internet, Scientology, Wikipedia
Keine Kommentare | 1,315 Abrufe
2009-03-17, 17:55 [Tuesday]
… wie das Internet Impfmüdigkeit fördert
Ein kleiner Stich - eine große Wirkung
Vom 5. – 7. März 2009 fand in Mainz die erste Nationale Impfkonferenz im Anschluß and die Gesundheitsministerkonferenz statt. Schirmherr der Tagung war der Bundespräsident Horst Köhler. Ziel der Tagung war die Diskussion von Konzepten für die Umsetzung und Erfolgskontrolle von Präventionsmaßnahmen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens.
Deutschland ist in den Fokus der Weltgesundheitsorganisation WHO geraten, welche der allgemeinen Impfmüdigkeit hierzulande kein Verständnis entgegenbringt. Die WHO sieht ihre Präventionsziele, beispielsweise die Ausrottung der Masern bis 2010 in Europa, nicht unwesentlich durch deutsche Impfgegner gefährdet. Vor allem im Internet werden kontroverse Diskussionen auf emotionaler Basis zu Impfrisiken geführt.
… mehr …
Tags: Impfangst, Impfen, Impfinformation, Impfkritik, Studie
Keine Kommentare | 997 Abrufe
1973-11-05, 09:40 [Monday]
… Eine schon überwunden geglaubte Krankheit breitet sich in den westlichen Industrieländern wieder aus: die Kinderlähmung …
Hinten, weit in der Türkei, wo Jahr für Jahr mehr als 2.000 Kinder an der tückischen Lähmung erkranken, war Nebil Kürzü* angesteckt worden. In Gelsenkirchen kam er ins Krankenhaus. Die Diagnose bot keine Schwierigkeiten: Kinderlähmung (Poliomyelitis). Das einjährige Gastarbeiterkind kann seine Glieder nicht mehr bewegen. Ob es je laufen lernt, ist noch ungewiß.
Nebil ist das sechzehnte Opfer, das die Polio im volkreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen bislang in diesem Jahr forderte. Es soll, geht es nach dem “Ausschuß Seuchenhygiene der leitenden Medizinalbeamten”, womöglich das letzte sein: Am 12. November beginnt in der ganzen Bundesrepublik eine koordinierte Schluckimpfungsaktion. Ihr Ziel: die in den letzten Jahren entstandenen gefährlichen “Polio-Impflücken” wieder zu schließen.
Durch diese Lücken drängt immer häufiger ein Krankheitskeim, den die Seuchenärzte so fürchten wie sonst nur die Erreger von Pocken. Pest und Cholera: das Poliomyelitis-Virus.
Wer an Polio erkrankt, ist meist lebenslang durch verkümmerte Muskeln oder Lähmungen gehandikapt. In schweren Fällen bleiben die Patienten für immer an Krücken oder den Rollstuhl gefesselt (wie einst Franklin Delano Roosevelt) oder gar — bei Versagen ihres Atemzentrums — auf die “Eiserne Lunge” angewiesen, einen “Sarg aus Glas und Stahl”. wie ein Betroffener das künstliche Beatmungsgerät einmal nannte.
… mehr …
Tags: DDR, Edith Seeber, Eiserne Lunge, Impfmüdigkeit, Kinderlähmung, OPV, Poliomyelitis, Schluckimpfung, Werner Figgen
Keine Kommentare | 607 Abrufe
1970-09-02, 09:26 [Wednesday]
… Ausbreitung einer Pockeninfektion in windeseile …
Nordrhein-Westfalens oberster Seuchenbekämpfer, Ministerialrat Dr. Josef Posch, glaubte, es geschafft zu haben: “Wir haben die Pocken im Griff, nach menschlichem Ermessen sind alle Kontaktpersonen isoliert.” Als am Dienstag letzter Woche, 19 Tage nach Ausbruch der Pocken im St.-Walburga-Krankenhaus zu Meschede, Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die sauerländische Pockenfront inspizierten, schien die Lage klar:
Alle Pockenkranken — zwei waren inzwischen gestorben — waren im Krankenhaus zu Wimbern (Kreis Iserlohn) isoliert, rund 250 Kontaktpersonen in neun behelfsmäßigen Quarantänestationen untergebracht. In den vier zum Pockensperrgebiet erklärten Landkreisen Arnsberg, Warstein, Lippstadt, Wiedenbrück hatten sich bereits 15 000 Einwohner impfen lassen, und tags darauf lief im Sperrgebiet eine Massenimpfaktion für 100 000 an. Beeindruckt lobten die WHO-Beauftragten das Organisationstalent der deutschen Seuchenbekämpfer als “mustergültig” und “optimal”.
Es waren in der Tat eher Nachlässigkeiten einzelner, welche die Pockenverbreitung ermöglichten, nicht ein Versagen des Schutzsystems. Die erste Panne geschah am 30. Dezember, als ein Grenzschutzbeamter auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen den 20jährigen Bernd Klein aus Meschede, der von einer Reise aus dem Orient zurückkehrte, anstandslos passieren ließ, obwohl in Kleins Impfpaß die offizielle Pocken-Impfbescheinigung fehlte. Seuchenbekämpfer Posch: “Hätte der Beamte aufgepaßt, wäre Klein sofort in Quarantäne gekommen.”
Klein kam, am 11. Januar, in Quarantäne: wegen Typhusverdachts. Er wurde in die Mescheder Klinik zu den Grippekranken in der Isolierstation im Haus Rochus gelegt. Erst nach vier Tagen korrigierten die Ärzte ihren Irrtum und gaben Pocken-Alarm.
… mehr …
Tags: Helmut Ippen, Josef Posch, Pocken, Quarantäne, Seuche, WHO
Keine Kommentare | 543 Abrufe
1967-04-03, 08:47 [Monday]
… wenn Abwägung notwendig ist …
Die Seuche kennenzulernen, war der Arzt nach Indien geflogen. Wieder zu Hause, diagnostizierte der Hannoveraner Dermatologe Dr. Jürgen Fischer, 47, die entstehende Infektionskrankheit an sich selber: Pocken.
Zum zweitenmal in den letzten sechs Wochen sind Pocken-Viren, im Flugzeug Kontinente überspringend, In die Bundesrepublik eingeschleppt worden. Mitte letzten Monats hatten 141 Regensburger — Mitbürger der an Pocken erkrankten Indien-Urlaubsreisenden Anna Schmaus — in Quarantäne gehen müssen; 40 000 hatten sich zur vorbeugenden Impfung gedrängt.
In Regensburg wurde die Gefahr einer Epidemie gebannt. Und auch bei dem neuesten, dem Hannoveraner Pockenfahl hoffen die Ärzte, die Seuche zu besiegen, noch ehe sie ausgebrochen ist.
Als Triumph ihrer Wissenschaft erachten es die Mediziner, daß die einst völkerverheerende Seuche in Europa ihre Schrecken verloren hat — durch eine Maßnahme, die in Deutschland vor knapp einem Jahrhundert gesetzlich verankert wurde: zweimalige zwangsläufige Impfung aller Kinder, unter drei und mit zwölf Jahren.
Doch paradoxerweise diskutieren seit einigen Jahren Kinder- und Impfärzte nicht nur in Westdeutschland, ob dieses Verfahren noch sinnvoll, ob der gesetzliche Zwang zur Pockenimpfung der Kleinkinder noch vertretbar sei.
Kernpunkte der Debatte:
… mehr …
Tags: Gerhard Buchwald, Impfkritik, Impfpflicht, Impfzwang, Jürgen Fischer, Pocken, Spiess, Wolfgang Ehrengut
Keine Kommentare | 792 Abrufe
1965-06-16, 08:33 [Wednesday]
… warum die neue Schutzimpfung so wichtig ist …
“Die meisten Eltern”, klagt die amerikanische Gesundheitsbehörde, “glauben noch immer, daß die Krankheit, nicht besonders ernst zu nehmen sei und daß sie einfach dazugehöre, wenn Kinder groß werden – wie schmutzige Finger oder aufgeschlagene Knie.” Beide Ansichten indes seien falsch: Masern, die häufigste und ansteckendste Kinderkrankheit, sind nicht harmlos, und sie sind nicht länger unausweichlich.
Erst während der letzten Jahre haben umfängliche britische und amerikanische Studien aufgedeckt, daß bei der fiebrigen Kinderkrankheit, wie jüngst das Fachblatt “British Medical Journal” berichtete, “ernste Komplikationen weit häufiger sind, als allgemein angenommen wird”.
Mitunter kann die als gefahrlos verkannte Krankheit sogar zum Tode führen. Allein in der Bundesrepublik starben, wie unlängst der Frankfurter Medizin-Professor Otto Bonin ermittelte, von 1952 bis 1959 alljährlich im Durchschnitt 160 Kinder und Jugendliche an Masern — ebenso viele, wie damals (also noch vor Beginn der Reihen-Impfungen gegen diese Krankheit) an Kinderlähmung (Polio) starben.
… mehr …
Tags: Anton J. F. Schwarz, Gisela Enders-Ruckle, Impfstoff, John Franklin Enders, Kinderlähmung, Masern, Poliomyelitis, Quintovirelon
Keine Kommentare | 652 Abrufe
1962-03-14, 08:17 [Wednesday]
… “Mädchen”, sprach der Arzt zu seiner Sekretärin, “ich habe die Pocken, aber halt die Schnauze!” …
Am 15. Dezember 1958, neun Tage, nachdem der aus Indien zurückgekehrte Heidelberger Mediziner Dr. Krump diese Aufklärung erteilt hatte, erkrankte die erste Kontaktperson. Die Epidemie nahm ihren Lauf. Die Seuche erfaßte 18 Personen; zwei Pockenopfer starben.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wurden die Bundesbürger drastisch an eine tödliche Seuche erinnert, die noch in den Jahren 1870 bis 1873 in Deutschland über 100.000 Menschen hingerafft hatte. Und nachdem die Heidelberger Epidemie eingedämmt worden war, warnte der Münchner Pockenforscher Professor Dr. Albert Herrlich: “Wir dürfen heutzutage aber nicht damit rechnen, daß dem Ereignis wieder lange Jahre der Ruhe folgen ”
Die Befürchtung des Professors bestätigte sich, als die Pocken 1959 nach Berlin, 1961 nach Ansbach eingeschleppt wurden. Was sich aber in den ersten zehn Wochen des Jahres 1962 ereignete, ließ die Wissenschaftler aufmerken: In keinem Jahr seit 1922 wurden in Deutschland so viele Pockenfälle registriert wie jetzt. Bis Ende vergangener Woche erkrankten in Düsseldorf, Aachen und im Kreis Monschau 28 Personen; zwei Patienten starben. Hunderte von Kontaktpersonen mußten in Quarantäne gesteckt werden.
… mehr …
Tags: Albert Herrlich, Ernst Rodenwaldt, Impfmüdigkeit, Pocken, Quarantäne, Schutzimpfung, Seelemann
Keine Kommentare | 611 Abrufe
1961-08-16, 08:01 [Wednesday]
… worüber offen nicht gesprochen wird …
Problemzone Weihwasser
Aufmerksam studierte der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamts, Professor Heinz Baron, die Polio-Statistik. 106 Kinderlähmungsfälle waren ihm bis Ende Juli gemeldet worden, elf davon mit tödlichem Ausgang. Dabei irritierte den Gesundheitshüter, daß sich die Polio-Viren offensichtlich nicht an den konfessionellen Proporz in Düsseldorf hielten, sondern weit mehr Katholiken attackierten als Protestanten. Den Infektionsherd hatte Baron bald entdeckt – es war der Kindergarten der katholischen Herz-Jesu-Pfarre in dem dichtbevölkerten Stadtteil Derendorf. Aus diesem Bezirk kamen allein 33 der insgesamt 106 Polio-Erkrankten. Von den elf Todesfällen entfielen sogar sieben auf Derendorf.
Professor Baron folgerte, daß möglicherweise ein katholisches Ritual die Übertragung der gefürchteten Poliomyelitis begünstige. Auf der Suche nach einem Infektionsträger keimte in dem Stadtmedikus der Verdacht auf, daß die Viren durch das Weihwasser aus der Derendorfer Herz-Jesu-Kirche weitergetragen worden waren.
Sakrale Scheu hielt den Professor jedoch davon ab, seinen Verdacht durch eine bakteriologische Untersuchung des Weihwassers zu untermauern: “Ich halte das für einen nicht vertretbaren Eingriff in kirchliche Hoheitsrechte.”
… mehr …
Tags: Heinz Baron, Kinderlähmung, kirchliche Hoheitsrechte, Poliomyelitis, Viren
Keine Kommentare | 652 Abrufe