Impfen schützt – Impfen nützt – Allen!

 


Schicksale

Wer anders impft, impft nicht immer gut!

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1998-07-03, 00:00 [Friday]

… weil die Notwendigkeit der Impfberatung unterschätzt wird …

Ein 58jähriger Mann aus Unterfranken bemerkte Ende April 1998 eine zunehmende Bewegungsschwäche und Schmerzen im Bereich der unteren Extremität. Drei Tage nach dem Auftreten der ersten Erscheinungen suchte er einen Arzt auf, am 5. Krankheitstag hatte sich eine proximale schlaffe Lähmung entwickelt, so daß z. B. ein Aufstehen aus der Hocke nicht mehr möglich war. Unter der Diagnose einer ›Parese‹ (der Verdacht auf eine Poliomyelitis wurde zunächst nicht geäußert) wurde er zu diesem Zeitpunkt zunächst in ein allgemeines Krankenhaus eingewiesen, dann zwei Tage später in ein Fachkrankenhaus verlegt.

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Ungeimpft für 5 Wochen ins Krankenhaus

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1998-03-20, 00:00 [Friday]

… Klinische Symptomatik jedoch ohne Erregernachweis …

Ein 25jähriger Mann aus Bangladesch, der sich seit 1996 ununterbrochen in Deutschland aufgehalten hatte, erkrankte am 03.01.98 akut mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und hohem Fieber. Sein Allgemeinzustand verschlechterte sich rasch, zusätzlich trat Luftnot auf. Nach zwei Tagen suchte er die Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses auf. Ein HNO-Arzt stellte die Diagnose ›Verdacht auf Rachendiphtherie‹ und veranlaßte die sofortige Einweisung in eine Infektionsklinik. Dort wurde zum Aufnahmezeitpunkt ein hochakutes Krankheitsbild registriert, die Befunde sprachen aber nicht eindeutig für eine Diphtherie (u. a. nur uncharakteristische abwischbare Beläge nach Art zähen Schleimes). Ein periglanduläres Ödem bewirkte eine teigige Schwellung im Halsbereich (›Cäsarenhals‹). Außerdem bestanden ein für die Diphtherie nicht typisches stammbetontes makulöses Exanthem und eine beidseitige deutliche Konjunktivitis.

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Diphtherieerkrankungen und -diagnosen

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1997-09-12, 01:00 [Friday]

… wenn der Impfschutz fehlt …

Im vergangenen Monat sind unabhängig voneinander zwei Diphtherie-Erkrankungen aufgetreten, über die nachfolgend berichtet wird. Bedauerlicherweise konnte nicht verhindert werden, daß ein Kind an der Diphtherieinfektion verstarb. Das Kind war nicht geimpft.

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Fatale Verläufe von Grippeerkrankungen

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1997-06-27, 00:00 [Friday]

… wenn Kinder Urlaub machen …

Im Februar des Jahres sind im Zeitraum einer erhöhten Influenza-Aktivität im direkten Zusammenhang mit Gruppenfahrten zum Skiurlaub nach Österreich unabhängig voneinander zwei tödliche Influenza-Erkrankungen bei einem 7jährigen Jungen aus Baden-Württemberg Influenza B) und bei einem 13jährigen Mädchen aus Bayern (Influenza A) aufgetreten. Beide Erkrankungsfälle und ihr Umfeld wurden sorgfältig epidemiologisch nachuntersucht. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Untersuchungen:

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Umgang mit dem Tode

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1997-03-31, 23:11 [Monday]

… Tragischer Maserntod im Hause Dahl

Olivia Dahl
Olivia Dahl
Dieser Bericht erschien im Peoples Magazin am 31. März 1997 im Rahmen einer Reihe über Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, welche den Tod eines Kindes überstanden haben. Roald Dahls erste Frau, die Schauspielerin Patricia Neal, trug folgendes dazu bei:

Im Jahre 1961 zog die spätere Oskargewinnerin Neal (1963 Hud) mit ihrem Ehemann, dem Autoren Roald Dahl (Charlie und die Schokoladenfabrik), und ihren drei Kindern [Olivia, Tessa und Theo] auf das Land ins beschauliche Great Missenden, England, nachdem ihr jüngster Sohn Theo in New York fast bei einem Unfall mit einem Taxi ums Leben kam. Ein Jahr später, steckte sich die 7-jährige Tochter Olivia mit Masern an. Damals waren Impfungen noch nicht weitverbreitet und auch Olivia hatte keine Impfung erhalten. Weniger als eine Woche später, entwickelte sie eine Masernenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns. Am 17. November 1962 fiel sie ins Koma und verstarb kurz darauf.

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Masernerkrankung während der Ferien

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1997-03-21, 00:00 [Friday]

… Fehldiagnose in Schweden mit tödlichen Folgen …

Nach Vorliegen eines abschließenden Berichtes des zuständigen Gesundheitsamtes kann jetzt über vier Masernerkrankungen in einer Jugendgruppe berichtet werden, die im Sommer 1996 während einer Auslandsreise aufgetreten waren. Der Ablauf des Geschehens zeigt einerseits, daß in Ländern mit effektiver Schutzimpfung und dadurch extrem niedriger Morbidität – wie Schweden – in der Praxis u. U. nicht mehr an Masern gedacht wird und daß andererseits bei Masern immer schwere Verläufe möglich sind:

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11-jähriges Grippeopfer

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1997-02-25, 00:00 [Tuesday]

… tödlich verlaufende Influenza-B-Infektion …

Am 17.01.1997 nahm ein 11jähriges Mädchen thailändischer Herkunft am Schwimmunterricht im Rahmen des Schulsports teil. Das Mädchen hatte zuvor über Halsschmerzen geklagt. Während des Schwimmens verließen es die Kräfte, so daß es aus dem Wasser gezogen werden mußte. Am 19.01.1997 (Sonntag) wurde das Kind einem diensthabenden Arzt vorgestellt und von diesem unter der Diagnose “Virusinfekt” behandelt, offensichtlich ohne daß es Hinweise auf einen zu erwartenden ernsten Verlauf gab. Am folgenden Tage wurde das Mädchen moribund in die Praxis des Hausarztes gebracht. Dieser stellte eine Pneumonie fest und rief sofort den Notarzt. Bereits 10 Minuten nach der Einlieferung in eine nahegelegene Kinderklinik starb das Mädchen. Einstündige Reanimationsversuche blieben erfolglos.

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Tödliches Mitbringsel aus Russland

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1997-01-14, 00:00 [Tuesday]

… Finne stirbt an Diphtherie

In Finnland erkrankte im September 1996 ein 46jähriger Mann nach der Rückkehr von einem Eintagesausflug in die Russische Förderation – nach Wyborg im Gebiet Leningrad – an einer Diphtherie. Die Erkrankung begann am 25.09.1996 mit Halsbeschwerden, die bis zum 28.09. stark zunahmen und zur Behandlung in einer HNO-Klinik führten. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Infektion durch Streptokokken der Gruppe G angenommen. Membranen, die einen klinischen Verdacht auf Diphtherie nahegelegt hätten, waren nicht vorhanden. Am 29.09. wurde eine Tonsillektomie vorgenommen. Der weitere Krankheitsverlauf bis zum 30.09. führte dann zur Diagnose einer toxischen Diphtherie (ausgeprägte peritonsiläre Ödeme, Benommenheit, Bradykarie, Oligurie). Gleichzeitig wurde aus einem Rachenabstrich vom 29.09. ein toxinbildender Corynebacterium-diphtheriae-Stamm, Typ gravis, angezüchtet. Daraufhin erfolgte die Gabe von Diphtherieantitoxin. Die Behandlung mußte auf einer Intensivstation fortgesetzt werden; dort starb der Patient am 12. Oktober an Herzversagen.

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Lohn der Angst

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1973-11-05, 09:40 [Monday]

… Eine schon überwunden geglaubte Krankheit breitet sich in den westlichen Industrieländern wieder aus: die Kinderlähmung …

Hinten, weit in der Türkei, wo Jahr für Jahr mehr als 2.000 Kinder an der tückischen Lähmung erkranken, war Nebil Kürzü* angesteckt worden. In Gelsenkirchen kam er ins Krankenhaus. Die Diagnose bot keine Schwierigkeiten: Kinderlähmung (Poliomyelitis). Das einjährige Gastarbeiterkind kann seine Glieder nicht mehr bewegen. Ob es je laufen lernt, ist noch ungewiß.

Nebil ist das sechzehnte Opfer, das die Polio im volkreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen bislang in diesem Jahr forderte. Es soll, geht es nach dem “Ausschuß Seuchenhygiene der leitenden Medizinalbeamten”, womöglich das letzte sein: Am 12. November beginnt in der ganzen Bundesrepublik eine koordinierte Schluckimpfungsaktion. Ihr Ziel: die in den letzten Jahren entstandenen gefährlichen “Polio-Impflücken” wieder zu schließen.

Durch diese Lücken drängt immer häufiger ein Krankheitskeim, den die Seuchenärzte so fürchten wie sonst nur die Erreger von Pocken. Pest und Cholera: das Poliomyelitis-Virus.

Wer an Polio erkrankt, ist meist lebenslang durch verkümmerte Muskeln oder Lähmungen gehandikapt. In schweren Fällen bleiben die Patienten für immer an Krücken oder den Rollstuhl gefesselt (wie einst Franklin Delano Roosevelt) oder gar — bei Versagen ihres Atemzentrums — auf die “Eiserne Lunge” angewiesen, einen “Sarg aus Glas und Stahl”. wie ein Betroffener das künstliche Beatmungsgerät einmal nannte.

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Virenflug und Todesopfer

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1970-09-02, 09:26 [Wednesday]

… Ausbreitung einer Pockeninfektion in windeseile …

Nordrhein-Westfalens oberster Seuchenbekämpfer, Ministerialrat Dr. Josef Posch, glaubte, es geschafft zu haben: “Wir haben die Pocken im Griff, nach menschlichem Ermessen sind alle Kontaktpersonen isoliert.” Als am Dienstag letzter Woche, 19 Tage nach Ausbruch der Pocken im St.-Walburga-Krankenhaus zu Meschede, Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die sauerländische Pockenfront inspizierten, schien die Lage klar:

Alle Pockenkranken — zwei waren inzwischen gestorben — waren im Krankenhaus zu Wimbern (Kreis Iserlohn) isoliert, rund 250 Kontaktpersonen in neun behelfsmäßigen Quarantänestationen untergebracht. In den vier zum Pockensperrgebiet erklärten Landkreisen Arnsberg, Warstein, Lippstadt, Wiedenbrück hatten sich bereits 15 000 Einwohner impfen lassen, und tags darauf lief im Sperrgebiet eine Massenimpfaktion für 100 000 an. Beeindruckt lobten die WHO-Beauftragten das Organisationstalent der deutschen Seuchenbekämpfer als “mustergültig” und “optimal”.

Es waren in der Tat eher Nachlässigkeiten einzelner, welche die Pockenverbreitung ermöglichten, nicht ein Versagen des Schutzsystems. Die erste Panne geschah am 30. Dezember, als ein Grenzschutzbeamter auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen den 20jährigen Bernd Klein aus Meschede, der von einer Reise aus dem Orient zurückkehrte, anstandslos passieren ließ, obwohl in Kleins Impfpaß die offizielle Pocken-Impfbescheinigung fehlte. Seuchenbekämpfer Posch: “Hätte der Beamte aufgepaßt, wäre Klein sofort in Quarantäne gekommen.”

Klein kam, am 11. Januar, in Quarantäne: wegen Typhusverdachts. Er wurde in die Mescheder Klinik zu den Grippekranken in der Isolierstation im Haus Rochus gelegt. Erst nach vier Tagen korrigierten die Ärzte ihren Irrtum und gaben Pocken-Alarm.

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