… sind des komatösen Belgiers Worte die seinigen? …
Angebot der James Randi Stiftung
Der Belgier Rom Houben lag 23 Jahre lang im Wachkoma – bei vollem Bewußtsein – wie sich jetzt durch einen MRI-Scan herausgestellt hat. Seitens der Ärzte galt Houbens Bewußtsein als erloschen. Tatsächlich jedoch lähmte ihn der schwere Autounfall im Jahre 1986 nur vollumfänglich, ohne sich auf seine Wahrnehmung auszuwirken. Houben war ein Gefangener im eigenen Körper und mußte machtlos mit den Folgen dieser Fehldiagnose dahin vegetieren, bis der Irrtum schließlich auffiel.
Für die Ärzte brachte erst eine erneute Untersuchung an der Universität von Lüttich Licht in die Dunkelheit, von der sie meinten, Houbens umgeben war. Ein folgenschwerer Irrum. Aufnahmen eines Tomografen ließen erkennen, daß sein Gehirn fast vollständig funktionsfähig geblieben war. Steven Laureys, der Neurologe, der Houbens erneute Untersuchung leitete, veröffentlichte just im Sommer 2009 eine Studie, derzufolge Wachkoma-Patienten erschreckend häufig fehldiagnostiziert würden. In gar 40 Prozent aller als vegetativ eingestuften Fälle seien bei sorgfältiger Prüfung noch Bewußtseinsreste und Gehirnaktivitäten nachweisbar.
Man ist geneigt, sich für Houbens Re-Diagnose und Befreiung aus der vegetativen Abhängigkeit zu freuen. Fraglich ist jedoch, ob die Interviews, die dank der medialen Berichterstattung folgten, auch tatsächlich Aussagen Houbens kommunizieren. Seine Antworten in den Interviews gab Houbens nämlich nicht selbständig, sondern mithilfe eines Kommunikators, der seine Fingerbewegung auf dem Keyboard des Spezialcomputers stützt, mit dessen Hilfe Houbens “spricht.”
Das Prinzip der ∴'gestützten Kommunikation' ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Es ist in zahlreichen, methodisch einwandfreien Studien wiederholt belegt worden, daß der Kommunikator dem Stützungsbedürftigen – unbewußt und unbeabsichtigt – zeigt, welche Tasten er zu drücken hat, so daß nicht der Hilfsbedürftige sondern der Kommunikator selbst Urheber der entstehenden Aussagen ist. Wheeler et al führten 1993 ein Experiment durch, in welchem den Stützern und den Gestützten unterschiedliche Bilder von Gegenständen gezeigt wurden, die die Hilfsbedürftigen benennen sollten. Die gestützten Probanden tippten jedoch nie den Namen des Gegenstandes ein, den sie selbst gesehen hatten, sondern oftmals Namen des Gegenstands, den nur der Stützer sah, oder ein gänzlich anderes Wort.
So ist nicht verwunderlich, daß sich der Skeptiker ∴James Randi, welcher sich in den 1990ern mit der gestützten Kommunikation im Falle von autistischen Kindern befaßte, zu Wort meldet und Houbens dazu einlädt, sich die eine Million Dollar zu verdienen.
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