Birgitt Bender
Seit 2002 sitzt sie für den Wahlkreis Stuttgart II im deutschen Bundestag. Bender ist Sprecherin ihrer Fraktion für Gesundheitspolitik und Mitglied im Bundestagsausschuß für Gesundheit.
Die Juristin Bender, die über keinerlei medizinische oder naturwissenschaftliche Ausbildung verfügt, ist überzeugte Anhängerin so genannter komplementärmedizinischer Verfahren wie ∴Akupunktur, ∴Homöopathie und anthroposophischer Medizin. Sie macht sich dafür stark, daß “Spielräume” im europäischen Arzneimittelrecht möglichst geschickt zu Gunsten solcher Präparate ausgenutzt werden. Nach eigenen Angaben arbeitet sie eng mit esoterischen Lobbyorganisationen wie dem Dachverband der Anthroposophischen Medizin in Deutschland und der Hufelandgesellschaft zusammen. Das dürfte auch erklären, warum sie sich für eine Erstattung homöopathischer und anderer alternativmedizinischer Mittel durch die Krankenkassen stark macht.
Sympathien
Obwohl Frau Bender gerne die Pharmalobby verurteilt, so ist sie der Lobby der Komplementärmedizin zugetan. So trafen sich Mathieu van den Hoogenband, Geschäftsführer der Firma Weleda AG, und Birgitt Bender in Stuttgart zu einem Gespräch über die Zukunft der Komplementärmedizin, welche unisono als positiv bewertet wurden. Weleda unterhält ein Büro gemeinsam mit einem Lobbyistenverband in Brüssel.Werdegang
Nach dem Abitur 1975 in Düsseldorf absolvierte Birgitt Bender ein Studium der Rechtswissenschaft in Köln, Genf und Freiburg im Breisgau, welches sie 1980 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats bestand sie 1984 auch das zweite Staatsexamen. Anschließend wurde sie Justitiarin bzw. später Frauenreferentin der Landtagsfraktion der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg.
Politisches
Über ihr Engagement in der Frauenbewegung kam Birgitt Bender in der 1980er Jahren zu den Grünen. Von 1999 bis 2007 gehörte sie dem Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg an.
Von 1988 bis 2001 gehörte Birgitt Bender dem Landtag von Baden-Württemberg an. Hier war sie von 1988 bis 1990 Vorsitzende der Landtagsfraktion Die Grünen, von 1992 bis 2000 stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie von 1992 bis 1996 Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Familie, Weiterbildung und Kunst.
Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier ist sie seit 2002 Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Gesundheitspolitik. Von 2002 bis 2005 war sie daneben auch drogenpolitische Sprecherin.
Birgitt Bender ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen. Für die Bundestagswahl 2009 ist sie auf Platz 7 der Landesliste gewählt worden.
Zitate
Wir Grünen werden uns auch weiterhin für die Methodenvielfalt in der Gesundheitsversorgung einsetzen und dafür, dass die komplementärmedizinischen Verfahren ihren Platz ausbauen können.[1]
Wir lehnen allerdings die weit verbreitete Haltung ab, dass Wirksamkeitsprüfungen ausschließlich über randomisierte und placebo-kontrollierte Doppelblindstudien (wissenschaftliche Studien, in deren Rahmen z.B. Arzneimittel getestet werden) erfolgen könnten. Diese Haltung ignoriert die methodischen Grenzen dieser Studien und auch die besondere Wirkungsweise komplementärmedizinischer Behandlungsformen.[2]
Insbesondere begrüßen wir die Aufnahme von ausgewählten Naturarzneimitteln unter bestimmten Indikationsstellungen in die Liste erstattungsfähiger Arzneimittel und die Entscheidung, dass auch Arzneimittel der Anthroposophie und Homöopathie für schwerwiegende Krankheiten verordnungsfähig bleiben.[3]
Links
Siehe auch:
- Artikel: Positionierte Parteien, vom 17.06.2009
- Artikel: Parteiliches Unbehagen, vom 13.05.2009
Quellen:
- Website von Birgitt Bender
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Lebenslauf bei der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen





