Nocebo

Nebenwirkung Tod: Buch von John Virapen mit beabsichtigter Nocebowirkung
Beispiele
Chemotherapie: In einer Chemotherapie-Studie fielen einigen der Beteiligten, die ein Placebo-Mittel erhalten hatten, die Haare aus, weil sie glaubten, dass Chemotherapie immer zu Haarausfall führt.[1]
Elektrosmog: Menschen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, entwickelten unter Studienbedingungen auch dann eine Symptomatik, wenn keine hochfrequenten Felder anwesend waren, sie dies aber auf Grund der Umstände annahmen.
Suizid: Im Jahr 2007 wollte der 26-jährige Amerikaner Derek Adams sich nach der Trennung von seiner Freundin selbst töten und schluckte 29 Kapseln eines Antidepressivums, das er im Rahmen einer verblindeten Medikamentenstudie erhalten hatte. Adams bekam Todesangst: Nach der vermeindlich massiven Überdosis sackte sein Blutdruck ab, er kam in die Klinik und sein Blutdruck konnte trotz Therapie nicht stabilisiert werden. Die Hälfte der Teilnehmer der Medikamentenstudie hatte echte Medikamente erhalten, den anderen waren nur Placebopräparate verabreicht worden. Adams wußte selbst nicht, daß er (zufällig festgelegt) nur ein Placebomittel erhalten hatte. Er war ansonsten körperlich völlig gesund, wie eine Untersuchung ergab.[2][3]
Hysterie: Gruppenweise Hysterien und Erkrankungen an Schulen, wenn vorher in Medien auf bestimmte Umweltgefahren hingewiesen wurden.
Quellennachweise:
- Bredow v. R: Homöopathie. GEO Heft 6:44-56 (1997). [↑]
- Reeves RR, Ladner ME, Hart RH, Burke RS. Nocebo effects with antidepressant clinical drug trial placebos. Gen Hosp Psychiatry. 2007 Mai-Jun;29(3):275-7. [↑]
- FAZ: “Ich werde schaden” von Magnus Heier, 21.09.2009. [↑]



