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Sai Baba

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2010-04-09, 11:22 [Friday]

Sai Baba (* 23. November 1926 in Puttaparti; bürgerlicher Name: Sathya Narayana Raju Ratnakaram) ist ein indischer Guru.

Er hat Anhänger unter anderem in den USA, Australien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Indien. Ihre Zahl wird auf zehn bis fünfzig Millionen geschätzt. Er bezeichnet sich als eine Reinkarnation des 1918 verstorbenen indischen Heiligen Shirdi Sai Baba.

Leben

Ratnakaran Sathyanarayan Raju wurde laut dem Register seiner ehemaligen Schule 1929 im südindischen Dorf Puttaparthi als Bauernsohn geboren.

Laut Sai Babas Biographen Kasturi habe Sathyanarayan am 23. Mai 1935 vor seiner Familie und Freunden Süßigkeiten und Blumen materialisiert und verkündet, er sei die Reinkarnation von Shirdi Sai Baba. Am 8. März 1940 sei er von einem schwarzen Skorpion gestochen worden und sei deshalb ins Koma gefallen. Einige Tage später wieder erwacht, sei er in Trance gefallen und habe alte Schriften zitiert, von denen man nicht wußte, daß er sie kenne. Da seine Familie ihm nicht glaubte, sagte er sich von ihr los.

Wundertätigkeit

Seine Anhänger berichten von spektakulären Wundern, die sie auf Sai Baba zurückführen, von Krankenheilungen, ∴Bilokation oder ∴Hellsehen. Augenzeugen berichten, Sai Baba könne sich in eine Frau umwandeln, da er die Verkörperung von ∴Shiva (dem männlichen Prinzip) und ∴Shakti (dem weiblichen Prinzip) sei.

Sai Baba gibt vor, Vibhuti (heilige Asche) und kleine Objekte wie Ringe und Früchte „materialisieren“ zu können. Auf vielen Videoaufnahmen ist jedoch zu sehen, daß er diese Gegenstände nicht materialisiert sondern nur aus Verstecken hervorzieht und demnach bereits in seiner Hand hält, bevor er diese schwingt und mit der angeblichen Materialisation beginnt.

Als Sai Baba 2010 seinen Geburtstag feierte – wie stets im Kreise von Indiens High Society und Spitzenpolitikern – gab ein Fernsehsender dem Vorsitzenden der Gesellschaft Indischer Rationalisten, ∴Sanal Edamaruku, die Möglichkeit die charakteristischen Tricks des Meisters für die Kinder zuhause zum Nachmachen vorzuführen und zu erklären.

Kritik

Zu seinen Kritikern gehören die Rationalisten ∴Abraham Kovoor und ∴Basava Premanand sowie der Universitätsprofessor und ehemalige Sai-Baba-Funktionär ∴Robert C. Priddy.

In krassem Widerspruch zu den Ansprüchen als religiöser Führer stehen die fragwürdigen sexuellen Praktiken Sai Babas, die ehemalige Anhänger berichten: mit Vorliebe berühre der “Meister” männliche Anhänger an ihren Geschlechtsorganen, angeblich zum Zwecke der “spirituellen Reinigung”.

Einer der bekanntesten kritischen Berichte eines Betroffenen ist der von Conny Larsson aus Schweden, Verfasser des Buchs ”Hinter der Maske des Clowns” (Behind the mask of the clown).”
Bereits seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kursieren Anschuldigungen, dass Sai Baba namentlich junge Männer sexuell missbraucht habe.

Sai Babas Anhänger nehmen ihn in Schutz und führen zahlreiche Zeugen auf, die von persönlichen genitalen Berührungen nicht-sexueller Art berichten. Sie verweisen zudem auf einen offenen Brief, in dem die indische Regierung unter A. B. Vajpayee, als auch P. N. Bhagawati – Former Chief Justice of the Supreme Court of India -, sowie zahlreiche weitere prominente bekennende Verehrer Sai Babas die Anschuldigungen pauschal verurteilen und das weltweit beispielhafte Lebenswerk Sai Babas betonen. In Indien sei bis 2006 keine einzige Strafanzeige gegen Sai Baba wegen sexueller Belästigung gestellt, ebenso sei eine entsprechend irrtümliche Reisewarnung des US State Departments am 17. Juli 2007 von dessen offizieller Website wieder entfernt worden.

Zitate:

Videos: